Bosnia-Herzegowina und der Libanon im Vergleich

[Bosnia-Herzegovina and Lebanon in Comparison. Historical Developments and Political System before the Civil War]

(Sinzheim: Pro Universitate, 1999)



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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Historische Entwicklung Bosnien-Herzegowinas und des Libanons

2.1. Die Gemeinsame Geschichte im Rahmen des Osmanischen Reiches
2.2. Bosnien unter der Verwaltung Österreich-Ungarn, der autonome Libanon
2.3. Die Geschichte Bosniens und des Libanon in der Zwischenkriegszeit und im 2. Weltkrieg
2.4. Bosnien-Herzegowina und Libanon nach dem 2. Weltkrieg
2.5. Die Zeit vor dem Bürgerkrieg
2.6 Der Krieg

3. Faktoren des Kriegsausbruchs

3.1. Institutionen
3.2. Parteien
3.3. Die wirtschaftliche und soziale Lage
3.4. Religion
3.5. Medien
3.6. Extrene Faktoren

4. Ursachen und Auslöser der Kriege

4.1. Bosnien und Libanon als Konkordanzdemokratien
4.1.2. Hindernisse für eine Konkordanzdemokratie
4.1.3. Nachteile des Konkordanzsystems
4.2. Der Kampf der Kulturen ?
4.2.1. Bruchlinienkriege
4.2.2. Religion und Nation als Instrumente zur Mobilisierung

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis


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Main Findings in English published as “Bosnia-Herzegovina and Lebanon: Historical Lessons of Two Multireligious States,” Third World Quarterly 21, no. 2 (April 2000): 269-282.

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Main Findings in Bosnia, published as “Bosna i Hercegovina i Liban: Historijske lekcije dviju multireligijskih drzava” [Bosnia-Herzegovina and Lebanon: Historical Lessons of Two Multireligious States], Forum Bosnae, no. 7-8 (2000): 25-43.

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Auszug aus der Rezension von Mojmir Krizan in Osteuropa, No. 11 (2000):

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um die überarbeitete Diplomarbeit des Autors Florian Bieber. Es ist eine systematische, komparatistische Analyse, die den Versuch unternimmt, den Prozeß im zerfallenden Jugoslawien als „Libanisierung“ zu charakterisieren und um­gekehrt, dem Libanon die „Balkanisierung“ als ein Menetekel an die Wand zu malen. Auch der Rezensent sprach Ende der 1980er Jahre, bevor „Balkanisierung“ erneut zu einer beliebten Metapher geworden war, im Zusammenhang mit den wachsenden zwischenethnischen Spannungen in Jugoslawien von der Gefahr der „Libanisierung“ des Landes.

Nach dem ausführlichen Überblick über die Geschichte beider Länder (die erst in den letzten Jahrzehnten zu Staaten geworden sind) im zweiten Teil, werden im dritten Teil die Faktoren untersucht, die zum Bürgerkrieg geführt haben. Es sind dies die institutionellen Strukturen, die politischen Parteien, die wirtschaftliche und soziale Situation, sowie die Rolle der Medien und religiösen Organisationen. Auf dieser Grundlage werden im vierten Teil die Ursachen der Kriege untersucht. Der Autor versucht, die Wege der beiden Länder in den Bürgerkrieg mit zwei verschiedenen Theorien zu erklären, bzw. die Erklärungskraft dieser Theorien an den beiden Beispielen zu erproben. Es sind dies die Theorie der Konkordanzdemokratie (Consociational Democracy) von Arend Lijphart und die Theorie des Kampfes der Kulturen von Samuel Huntington. Lijphart konzentriert seine Aufmerksamkeit auf die Formen der institutionalisierten Zusammenarbeit und der Machtbalance der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und deren Eliten in multikulturellen, multinationalen und multikonfessionellen Gesellschaften, während Huntington in den kulturellen Unterschieden, bzw. in der Loyalität der Menschen zu den zentralen Werten großer Kulturen (Civilizations) die Hauptursache zukünftiger Konflikte sieht.

Die Anwendung der Theorie der Konkordanzdemkratie ermöglicht dem Autor, zwei sich teilweise widersprechende Thesen aufzustellen, die zur Erklärung der Genese der Bürgerkriege beitragen sollen: daß in den beiden Ländern die Bedingungen für eine erfolgreiche Konkordanzdemokratie nur un­zureichend erfüllt waren, und daß das System der Konkordanzdemokratie selbst Nachteile mit sich bringt, die die Konflikte begünstigen Reformfeindlichkeit, Vernachlässigung der Prinzipien der Gleichheit der Bürger und Berücksichtigung primär der Gruppenzugehörigkeit statt der fachlichen Qualifikation bei der Besetzung wichtiger Posten). Ähnlich schlecht schneidet die Theorie Huntingtons ab: Obwohl die Konflikte auch Kulturkonflikte waren, standen bei den Menschen in der Regel andere Interessen, nämlich die ökonomischen, und andere Gruppensolidaritäten, nämlich die nationalen und familiären, im Vordergrund.

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